Guten Morgen Berlin!

Guten Morgen Berlin hieß es am 27.11., als wir morgens am Berliner Hauptbahnhof ankamen. Der Grund für unseren Besuch war klar definiert – Neben ein paar kleineren Programmpunkten waren wir hauptsächlich gekommen, um zusammen mit Daniel Günther, Lea Rosh und Rasha Habbal eine Veranstaltung in der Landesvertretung Schleswig-Holstein zu gestalten, welche am 28.11. stattfinden sollte.

Vorher blieb also noch Zeit, sich die Stadt ein wenig anzusehen und wir schauten uns zahlreiche, bekannte Sehenswürdigkeiten wie das Reichstagsgebäude, das Bundeskanzleramt, den Potsdamer Platz und das Brandenburger Tor an. Auch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas erkundeten wir, was sehr interessant war, da wir am nächsten Tag die Hauptinitiatorin des Denkmals, Lea Rosh, treffen durften.

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Auf Entdeckungstour durch Berlin – Die Gruppe vor dem Brandenburger Tor

Nach unserem Stadtspaziergang ging es dann das erste Mal in die schleswig-holsteinische Landesvertretung – Ein repräsentatives Gebäude, welches sich das Land mit seinem Nachbarland Niedersachsen teilt. Hier trafen wir auf Heike Muß, welche in der Landesvertretung für Veranstaltungen verantwortlich ist und uns auch eingeladen hat. Sie zeigte uns als erstes den Veranstaltungssaal, in welchem wir am nächsten Tag auf der Bühne stehen sollten. Kurz darauf stellte sie uns Franziska Deil vor, welche das Land in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel dem Bereich Erneuerbare Energien, vertritt. Sie erklärte uns ihre Arbeit für das Land Schleswig-Holstein, für die sie unter anderem auch im Bundesrat tätig sein muss.

 

Die Landesvertretung Schleswig-Holstein befindet sich in einem sehr imposanten und repräsentativen Gebäude des Berliner Regierungsviertels

Im Anschluss daran bekamen wir ein leckeres Mittagessen und konnten noch eine Weile über die morgige Veranstaltung mit Frau Muß sprechen und Fragen stellen, bevor sie uns bereits wieder verabschiedete. Nun blieb Zeit für uns, alleine die Stadt zu erkunden, bevor wir uns alle noch einmal zu einem gemeinsamen Abendessen wiedersahen.

Der nächste Tag – Heute wird es ernst. Alle sind ein wenig aufgeregt und gespannt, wie die große Veranstaltung am Abend wohl laufen wird. Bereits in der Abendgarderobe ging es jedoch erst in den Bundesrat. Hier bekamen wir eine Führung durch das riesige Preußische Herrenhaus und hatten die Möglichkeit, selbst in die Rolle einer Landesvertretung zu schlüpfen. Hierbei konnte jeder ein Bundesland spielen und dann zum Debattenthema ,,Legalisierung von Cannabis in Deutschland“, die Meinung seines Bundeslandes vor dem Plenum in einem nachgebauten Plenarsaal präsentieren.

 

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Der Bundesrat, aktuell geleitet von Daniel Günther, hat seinen Sitz im Preußischen Herrenhaus

Dabei gab es heftige Debatten mit guten Inhalten für und gegen eine Legalisierung, fast wie in einer echten Plenarsitzung.

Im Anschluss daran wurde es dann auch schon ernst – Es ging in die Landesvertretung, in welcher schon alles für den Abend vorbereitet wurde. Wir bereiteten unsere Präsentation zum Projekt vor und probten auch noch einmal den Ablauf mit Mikrofon und Technik. Ein Teil der Gruppe, widmete sich dem Aufbau der Mitmachwand, welche direkt vor dem Veranstaltungssaal aufgebaut war.

Wie würde Sie flüchten? So lautete eine der Fragen unserer Mitmachwand, im Foyer des Gebäudes

Bevor es los ging und sich das Foyer immer mehr füllte, lernten wir noch den Gastgeber des Abends, Ministerpräsident Daniel Günther kennen. Dann ging es los und nach mehreren Redebeiträgen wurde dann an uns übergeben. Wir präsentierten das Projekt, unsere Exponate aus drei Sonderausstellungen, unsere Motivationen, die Zukunft des Buddenbrookhauses und führten das ,,Kofferpacken“ aus ,,Fremde Heimat“ (2016) vor. Begeisterung beim Publikum und langer Applaus für uns.

Vor vielen Leuten – Die Präsentation des Projekts war ein voller Erfolg

Es folgte ein Interview mit der aus Syrien geflohenen Schriftstellerin Rasha Habbal. Sie erzählte von ihrer Flucht, ihren Eindrücken in Deutschland, ihrer Familie und nahm dann plötzlich Bezug auf unser Projekt. Sie persönlich finde unseren Koffer sehr unrealistisch und habe selbst keine Zeit für so etwas gehabt, so Habbal.

Nach der Veranstaltung suchten uns mehrere Personen auf, die selbst während des Zweiten Weltkrieges fliehen mussten und uns sagten, dass es sie stark berührt hat, da sie selbst mit genau solchen Koffern geflohen waren und vor der Entscheidung standen abzuwägen, was wichtig und was unwichtig war. Die Nachricht hinter dem Koffer ist genau diese, denn sie orientiert sich an dem Szenario ,,Was würdest du mitnehmen, wenn du wie Heinrich und Thomas Mann geflohen wärst?“ und somit an der Zeit des Zweiten Weltkrieges und nicht an der Zeit der ,,modernen“ Flucht heute.

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Erntete nicht nur positives Feedback: Das Kofferpacken-Exponat aus der Sonderausstellung ,,Fremde Heimat“ 2016

Auch Daniel Günther nahm sich zusammen mit Ingbert Liebing nach der Veranstaltung Zeit, mit uns über die Themen Flucht, Exil und Asyl, aber auch über andere Dinge zu sprechen. So sprachen wir zum Beispiel über das Vorabitur oder das neue Amt von Herrn Günther, als Bundesratspräsident. Wir bedanken uns sehr bei Herrn Günther und Herrn Liebing, dass sie sich die Zeit für uns genommen haben.

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Literatur als Ereignis zusammen mit Mitgliedern der schleswig-holsteinischen Landesregierung

Am späten Abend neigte sich dann der erfolgreiche Abend dem Ende zu und für uns ging es zurück ins Hotel. Am nächsten Morgen fuhren wir dann noch zu unserem letzten Programmpunkt in Berlin: Der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Diese war seit der Zeit, in welcher die Sowjetunion einen Teil der Stadt Berlin besetzte, ein Gefängnis und wurde später zur Zeit der DDR, zum zentralen Untersuchungsgefängnis der Stasi.

Hier trafen wir Michael Bradler, welcher selbst als 20-jähriger hier für sechs Monate in Untersuchungshaft war. Er führte uns durch das gesamte Gelände und erzählte uns neben der Geschichte des Ortes, auch seine ganz eigene. Diese Zeitzeugen-Führung war sehr emotional und spannend und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Dann neigte sich unsere Reise auch schon dem Ende zu und am Abend ging es zurück nach Lübeck.

Wir möchten uns namentlich bei Heike Muß von der Landesvertretung SH bedanken, welche uns zur Veranstaltung eingeladen hatte. Außerdem danken wir der Commerzbank-Stiftung und dem Land Schleswig-Holstein, welche uns die Fahrt ermöglicht haben.

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